In der Abendveranstaltung der verdeutlichte Wolfgang Baumeister von der IHK zunächst, dass die Zunahme des Transitwarenverkehrs durch die zu erwartenden Güterströme bis zum Jahr 2025 gegenüber 2004 im Rheinland im Durchschnitt aller Verkehrsträger fast 90% betragen wird. Basis hierfür sind die Angaben der „Zara“-Häfen (Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam).
Rolf Beu von den Grünen im Landtag verwies auf die Verantwortung des Bundes: “Der Bund favorisiert eindeutig die deutschen Seehäfen und ertüchtigt bevorzugt die Nord-Süd-Verbindungen, während im Rheinland die Güterströme aufgrund der Abhängigkeit zu den Zara-Häfen in die West-Ost-Richtung fließen.“ In Baden-Württemberg gelänge aber der Ausbau von Straße und Schiene mit den Wünschen der Bürger trotz Mehrkosten.
Carsten Wiemer von der DB-Netz AG stellte klar, dass viele Gleisanschlüsse aus finanziellen Gründen aufgegeben wurden. Kundenwünschen würde man aber nachkommen: „Geld ist nicht das größte Problem, aber die Zeit. Planungsphasen wie bei der Zweispurigkeit Kaldenkirchen-Dülken sind ausschlaggebend.“
Dietmar Sagel von der Wirtschaftsförderung Nettetal verdeutlichte die Bedeutung des durch den niederländischen Betreiber Cabooter wieder in Betrieb genommenen Güterumschlagpunktes am Bahnhof Kaldenkirchen für die Region. „Seit Anfang des Jahres entwickelt sich der Umschlagpunkt erkennbar positiv. Zusätzliches Potenzial wird der weitere Ausbau bringen.“ Insbesondere für das Gewerbegebiet VeNeTe sieht Sagel für alle Unternehmen zusätzliche Chancen.
Insgesamt kam zum Ausdruck, dass dem grünen Anliegen: CO2-Reduzierung, Flächenverbrauch reduzieren, Ressourcenschonung und nachhaltig wirtschaftlich handeln über „Güter auf die Schiene“ folgende Erkenntnisse und Aspekte dienen:
- Autobahnen sind an ihrer Kapazitätsgrenze.
- Güterströme nehmen enorm zu, der BVWP arbeitet aber bewusst mit anderen Zahlen.
- Die DB Netz AG will Verladepunkte oder Gleisanschlüsse und Betreiber in Verbindung bringen, sofern sie sich rechnen.
- Einspurigkeiten begrenzen die Belastbarkeiten von Strecken, z.B. Kaldenkirchen-Dülken und Rheydt-Odenkirchen.
- Planungsverfahren dauern lange und müssen zügig begonnen werden, damit nach Freigabe einer Strecke mit dem Bau begonnen werden kann.
- Rechtzeitige runde Tische mit führenden und informierten Köpfen helfen weiter, auch weil manche Trassen regional nicht gewollt (Eiserner Rhein oder Viersener Kurve) werden.
- Andere werden staatsweit nicht oder zögerlich angegangen zur Unterstützung von eigenen Häfen (Jade-Weser-Port, Rotterdamer Hafen).
- Die vorhandene Infrastruktur muss gestärkt und die Verkehrsträger noch intensiver miteinander kombiniert werden.
- Trassengebühren für den Güterverkehr müssen fallen, weil es eine Benachteiligung der Bahn ist und sich volkswirtschaftlich und ökologisch rechnet.
- Insgesamt werden faire Preise mit allen Kosten für den Transport benötigt. Hierzu gehört auch die Kontrolle auf tarifliche und gesetzeskonforme Beschäftigung von LKW-Fahrern.
- Ein Ausbau des KV-Terminals in Kaldenkirchen (Firma Cabooter) ist geplant.
- Den ansässigen Firmen soll von Seiten der DB-Netz AG und durch die Wirtschaftsförderung Chancen einer Verladung nochmal verdeutlicht werden.
- Ein Verladepunkt in Viersen muss nochmal in Betracht gezogen werden.
Reiner Neuß
Kreisarbeitsgemeinschaft Verkehr

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