Der Kreistag hat entschieden, die Teilnahme am Modell „Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler“ zu beenden. Ab dem kommenden Schuljahr erhalten die Jugendlichen an den kreiseigenen Schulen wieder das Schoko‑Ticket, das ausschließlich im VRR‑Gebiet gilt.
Die Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bedauert diese Entscheidung deutlich. Aus unserer Sicht verliert der Kreis damit ein Angebot, das vielen jungen Menschen den Alltag spürbar erleichtert hat.
Was sich durch die Entscheidung ändert
Mit dem Deutschlandticket konnten Schülerinnen und Schüler nicht nur zur Schule fahren, sondern auch Angebote außerhalb des Kreisgebiets problemlos nutzen – ohne zusätzliche Kosten und ohne komplizierte Tarifgrenzen.
Das Schoko‑Ticket ist deutlich eingeschränkter. Wer darüber hinaus mobil sein möchte, muss wieder Einzel‑ oder Zusatztickets kaufen. Besonders für Familien mit geringem Einkommen ist das eine spürbare Belastung.
Hinzu kommt: Eine freiwillige Zuzahlung, um dennoch beim Deutschlandticket zu bleiben, ist nicht möglich. Wer ein solches Ticket möchte, muss es künftig zum regulären Preis erwerben.
Warum wir die Entscheidung kritisch sehen
Die Einsparung von rund 115.000 Euro im ersten Jahr klingt auf den ersten Blick nach einer haushaltspolitischen Entlastung. Im Verhältnis zu den geplanten Ausgaben über 570 Millionen Euro ist sie jedoch gering – die Auswirkungen auf Jugendliche und Familien dagegen erheblich.
Mobilität ist für junge Menschen ein Schlüssel zu Chancen: Bildung, Ausbildung, Freizeit, Beteiligung am gesellschaftlichen Leben. Ein barrierearmes und bezahlbares ÖPNV‑Angebot ist dafür unerlässlich.
Unsere Position
Wir hätten uns gewünscht, das Modell weiterzuführen.
Das Deutschlandticket war ein modernes, einfaches und sozial gerechtes Angebot, das den Alltag vieler junger Menschen im Kreis erleichtert hat.
Auch wenn die Entscheidung gefallen ist, werden wir weiterhin darauf hinwirken, dass bezahlbare und verlässliche Mobilität für Schülerinnen und Schüler ein Schwerpunkt der Kreispolitik bleibt.